Mittwoch, 16. Oktober 2013

Argentinien/Brasilien



Iguazu

Letzte Woche mussten wir schon das erste Mal ausreisen, da unser Visum nur für 3 Monate gültig ist. Wir sind zu den Iguazu-Wasserfällen nach Argentinien/Brasilien gefahren und hatten super tolleTage. Die Wasserfälle zählen zu den 7 Naturwundern der Welt und sind unglaublich beeindruckend. Auch wenn es in Wirklichkeit noch viel cooler aussieht, zeigen die Bilder ganz gut, wie toll es war.
Ich hab den Urlaub sehr genossen! Auch wenn die Arbeit mega Spaß macht, sind so paar freie Tage doch was Schönes. Trotzdem freue ich mich jetzt
wieder, hier in der hood in Nandejara zu sein :)











Ich kann nur noch einmal sagen, wie froh ich bin, Euch als Freunde und Familie zu haben! Ihr seid spitze!
Die aller liebsten Grüße gehen an Euch, eure Lisa :)

Kultur

Land und Leute 
 
Tolle Menschen, süße Kinder, Korruption, viel Tradition, Sonne, Dreck und Armut. Das ist Paraguay!
Nach fast 3 Monaten habe ich mich jetzt so langsam an die Kultur und die Lebensweise hier gewöhnt und kann Euch ein bisschen berichten, wie das Leben hier so läuft:
Nicht nur, dass man hier an Türen nicht klopft sondern klatscht, dass man erst um 22 Uhr zu Abend ist und dass es ganz normal ist gepflegt ein Mittagsschläfchen zu machen, nein, hier ist wirklich alles anders. Es ist mega spannend zu sehen, wie unterschiedlich Menschen leben und ticken.

Die Menschen hier sind richtig cool drauf. Super chillig, entspannt, herzlich und freundlich. Alle sehen hier alles gelassen. Während wir Deutschen so zielstrebig und perfektionistisch sind, ist hier alles egal. Man kann sich leider deswegen auch auf wenig verlassen. Naja, Selbstinitiative ist gefragt ;) Die Paraguayer sind auf jeden Fall die größten Chiller der Welt ;) Hier war letztens die große 30-Jahrfeier der Schule, wozu 2000 Leute eingeladen wurden. Ein ziemlich großes Event also, was natürlich viel Arbeit bedeutet. Dabei ist mir wieder aufgefallen, wie groß doch der Unterschied zwischen Deutschland und Paraguay ist. Keiner hier hatte wirklich nen Plan und es lief viel drunter und drüber. Struktur und Organisation kennen die hier nicht..
Da hier alles ohne Plan abläuft, lebe hier die Spontanität. Warum auch vorher schon irgendetwas festlegen oder planen?! Es ist trotzdem faszinierend, wie viel die Paraguayer, dann in den letzten Momenten noch alles schaffen können.
Die Menschen sind hier einfach nicht leistungs- sondern beziehungsorientiert. Auch wenn die Arbeit oft darunter leidet, liebe ich es. Ich habe das Gefühl alle Menschen lieben sich hier. Auch wenn die Paraguayer sich was von unserer Arbeitsmoral abgucken könnten, könnten wir etwas von ihrer Gastfreundschaft und Herzlichkeit lernen. „Mein Haus ist dein Haus.“ Diesen Satz hört man hier echt oft und es ist so schön, sich so willkommen zu fühlen.

So toll Paraguay auch ist, so schlimm ist es aber auch, wie viel Armut es hier gibt. Wie die Menschen hier leben, kann man vorne und hinten nicht mit Deutschland vergleichen.
Hier in der Schule sieht man die Armut wenig, da alle Uniform tragen, aber wenn man genauer hinschaut ist es nicht mehr zu übersehen. So viele Menschen haben Nichts, leben in kleinen Hütten und müssen ums Überleben kämpfen. Dieses ganze Thema hat mich im letzten Monat viel beschäftigt und echt mitgenommen.
Wir können so dankbar sein, wie gut es uns in Deutschland geht. Selbst wenn man in Deutschland nicht viel hat, kippt man nicht um, weil man Hunger hat und so lange nichts mehr gegessen hat. Deutschen Kindern fehlen auch nicht sämtliche Zähne, weil sie vielleicht noch nie eine Zahnbürste gesehen haben. Ach, ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie crass es ist. Man kennt zwar die Bilder aus dem Fernseher, aber wenn man das alles direkt vor sich sieht, ist es doch etwas ganz anderes..
Wenn ich 10-jährige Kinder sehe, die jeden Tag Stunde um Stunde im Supermarkt arbeiten oder Kinder, die noch so spät nachts auf den Straßen Bonbons verkaufen, anstatt zu Hause zu sein, dann würde ich am liebsten heulen. 

Umso cooler ist es, dass wir hier ganz konkret helfen und einen Unterschied machen können. Es ist so leicht, den Menschen hier eine Freude zu machen und uns kostet es nicht viel. Ich bin mir sicher, Gott hat hier noch Einiges und Großes mit uns vor!! 

Donnerstag, 5. September 2013

Campamento



Campamento 013

Mein absolutes highlight in der letzten Zeit war das campamento. Die Mittel- und Oberstufe fahren jeweils für drei Tage auf Klassenfahrt in eine Art Jugendherberge hier in der Nähe. Wir 5 Deutsche durften und sollten alle mit fahren. Zuerst haben sie uns (logischerweise) 3 zu 2 aufgeteilt, doch dann wurde mir relativ spontan gesagt, dass sie das geändert hätten und ich jetzt allein auf das große campamento fahren würde und die Anderen zusammen auf das Kleine. Die Logik der Paraguayer werde ich wohl nie so ganz verstehen;)
Jedenfalls bin ich dann am Montag mit der Oberstufe zusammen aufgebrochen. Wir sind 2-3 Stunden mit einem Bus zu dem camp hingefahren. Man kann sich das allerdings nicht so wie bei uns -mit einem komfortablen Reisebus oder so- vorstellen. Ein guter alter Klapperbus, alle Koffer hinten irgendwie auf die Sitze, alle Schüler rein und los.
Die drei Tage wurden dann mit Spielen, Gottesdienst, Galaabend für die Abgänger, Lagerfeuer und viel Essen gefüllt. Es gab 10 Teams, die in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten mussten: Wettkämpfe, Geländespiele, Wasserschlachten... Man kann das Ganze vorne und hinten nicht mit deutschen Klassenfahrten vergleichen. Mich hat das Ganze eher an Sommerlager erinnert. Ich war echt geflasht, wie sehr die Paraguayer auf das Alles abgegangen sind. Deutsche Oberstufenschüler hätten wahrscheinlich nur kurz gelacht, wenn ihnen jemand gesagt hätte, sie sollen im Dreck komische Spielchen machen....

















 



Wir hatten 2 Animateure dabei, die das ganze geleitet und moderiert haben. Die beiden waren auf jeden Fall die größten Spaßvögle. Ich fand deren Pantomime schon super witzig, wenn man dann noch versteht, was die singen und sagen… Das muss witzig gewesen sein ;) Alle hatten jedenfalls viel Spaß. 
  

Wir haben mit 19 Mädels in nem 16er-Zimmer geschlafen, was zwar sehr eng, aber auch sehr amüsant war:D Nur zum Schlafen ist man nicht gekommen. In der zweiten Nacht ist es hier Tradition, dass die Jungen singend und Gitarre spielend herum ziehen und vor den Fenstern der Mädchen Liebeslieder singen. Hihi ;) Die Mädels haben also die halbe Nacht gewartet, dass sie Jungen kommen, dann kamen sie und dann war man ja sowieso schon wach, dass sich schlafen nicht mehr lohnt. Demnach haben wir so gut wie gar nicht geschlafen. Es war aber super cool, die Mädels näher kennen zu lernen. Jetzt fühl ich mich zwar noch weniger wie deren Lehrerin, aber das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler ist hier ja sowieso viel freundschaftlicher. Außerdem bin ich ja auch nur eine voluntaria ;)


Ich bin im Nachhinein froh, dass ich allein gefahren bin. So hab ich mehr Spanisch geredet (denn mit dem Spanischen ist es immer noch nicht ganz so cool), ich hab die Schüler und die anderen Lehrer besser kennen gelernt und es ist auch ganz gut, nicht alles zusammen zu machen. Wenn man so viel als Deutsche gemeinsam macht, ist es auch schön, mal allein zu sein. Die Tage waren richtig schön und es ist sehr schade, dass es schon wieder vorbei ist.
 
Ansonsten läuft hier alles seinen Weg. Ich bin jetzt erst einmal noch 2 Tage allein hier, da die anderen noch unterwegs sind. Ich muss Einiges von deren Aufgaben übernehmen, daher freu ich mich auch schon aufs Wochenende. 
Wahnsinn, heute bin ich genau 50 Tage von zu Hause weg. Die Zeit vergeht so schnell. Aber bisher beruhigend mich das eher, anstatt dass ich schon trauere, auch wenn es mir hier super gut geht :) 

Liebste Grüße gehen an Euch, eure Lisa

Dienstag, 20. August 2013

Kurzurlaub: Chaco


Kurzurlaub: Chaco 

Der Chaco ist eine Region im Westen Paraguays mit ganz viel Trockenwäldern und Dornbuschsavannen. Gaaanz viel Landschaft, viele Tiere, Indianderdörfer und Menonnitenkolonien sind dort aufzufinden. Mehr allerdings auch nicht ;) Die „grüne Hölle“ wurde der Chaco früher genannt, aber jetzt im Winter ist alles wahnsinnig trocken, staubig und nur wenig grün. 




Genau dorthin sind wir von Mittwoch bis Freitag gereist. Wir sind über Nacht 6 Stunden mit einem Bus dort hingefahren und haben bei einem Freund von Tina gewohnt. Allein der Sternenhimmel hat mich mega fasziniert. Es ist zwar auch nicht schwer, mich zu beeindrucken, aber so viele Sterne auf einmal waren echt der Wahnsinn! ;)
Die Tage über waren wir viel mit einem älteren Herrn unterwegs, der uns herum geführt hat und uns alles erklärt hat. 


Wir haben uns Einiges angeguckt, konnten aber auch viel entspannen und das schöne Wetter genießen. Das Wetter ist hier wirklich merkwürdig. Nachts 2° und tagsüber dann bis zu 30°. Klitzekleiner Unterschied ;D Abends saßen wir hier immer noch lang am Feuer. Das war richtig schön. 
Am interessantesten fand ich die Indianerdörfer. Die kochen überm Feuer, laufen barfuß und leben in kleinen, selbstgebauten Buden zusammen. Ein bisschen wie im Film ;)















 
Da hier ansonsten so gut wie ausschließliche Mennoniten wohnen, sprechen hier fast alle deutsch, bzw. plattdeutsch. Super witzig. Da hab ich noch weniger realisiert, dass ich wirklich in Südamerika bin, als sonst schon. 

Ach ja, das hier ist eine funktionierende Bombe. Sie wurde vor nem Weilchen hier direkt neben einem Grillplatz gefunden. Doch anstatt sie zu entschärfen, dachte man sich, man kann das Problem auch einfach lösen, indem man sie einbetoniert und einen Käfig drum herum baut. Ist ja nur eine Bombe.. Ich war minimal perplex. So etwas wäre in Deutschland der größte Skandal und hier juckt es mal wieder keinen.




Die Tage waren sehr schön, aber ich freu mich auch wieder hier zu Hause zu sein.
Bis auf, dass unsere Waschmaschine seit 2 Wochen kaputt ist, aber einfach nicht repariert wird. Dann fehlte hier zuerst nur das warme Wasser im Bad, seit einer Woche jetzt aber das komplette Wasser. Schade eigentlich. Manchmal chillen die wirklich zu hart hier. Das absolute lieblings Wort der Arbeiter ist „morgen“. Und dabei bleibt es. Naja, ich hoffe, wir müssen nicht mehr allzu lang auf Wasser warten. 

Viele liebe Grüße gehen an Euch, eure Lisa




Sonntag, 11. August 2013

Retiro de familia

Der Kindergarten hat heute ein großes Famlienfest auf einem Platz hier ganz in der Nähe veranstaltet, wo wir natürlich mit dabei waren. Es war ein richtig cooler Tag. Das ganze sollte um halb 9 morgens starten, aber wie die Paraguayer so sind, haben wir locker erst um 10 angefangen. Auf dem Plan stand wir sollen alle um halb 8 zum Aufbauen da sein, blabla :D Letztendlich trudelten dann die meisten MItarbeiter so gegen 9 ein. Von Pünktlichkeit haben die hier echt noch Nichts gehört. Wir sind mit einem absolut proppe voll geladenen 5 Sitzer-Pick-up mit 10 Leute dorthin gefahren. Richtig, 5 Menschen zu viel! :D 5 auf der Rückbank, 3 vorne und 2 auf dem Dach. So läuft das :D Das Fest an sich war super schön.Viele Spiele, viele Kinder, viel Spaß. Wir mussten mit paar Leutchens was vortanzen für die Kinder. Hihi ;) Genau mein Ding natürlich :D


Das coolste kam dann aber erst zum Schluss. Der Sportlehrer düst hier immer und überall mit seinem Motorrad rum. Da ich noch nie in meinem Leben auf meinem Motorrad mitgefahren bin, hat Tina gefragt, ob ich mal hinten mitfahren kann. Dann sind wir dort auf einer Rumpelstraße rumgedüst, irgendwann hat er dann aber angehalten und meinte, ich solle zurück fahren. Und so bin ich jetzt also zum Ersten Mal allein Motorrad gefahren :D Nach 100 Mal abwürgen hat es dann auch irgendwie geklappt. Es war super aufregend und ziemlich cool :)


















Mein restliche Woche war auch ziemlich cool. Unterrichten war super cool, viel Volley gespielt und einfach ne schöne Zeit. Der Musiklehrer übt eifrig mit mir Klavier und es macht mir richtig Spaß :) Mit meiner Englischklasse hat sich alles zum Guten gewand. Ich bin nämlich gar nicht ganz allein mit denen in der Klasse, sondern nur als Helferin. Das war in der ersten Woche nur ne Ausnahme. Puh;) Es ist cool, wie man hier merkt, wie sehr Gott alles führt und wie genial alles läuft.

Nur das Beste euch, Ihr Lieben :)

Dienstag, 6. August 2013

Erste Schulwoche: check! 

Die erste Schulwoche ist geschafft und ich steck schon mitten in der Nächsten.
Mein ganzes Leben hier ist deutlicher entspannter als ich befürchtet habe. Mein Stundenplan beinhaltet viele Freistunden und viel "Vorbereitung für den Unterricht", wie schön es die Direktorin in unsere Stundenpläne geschrieben hat ;) Also kann ich gut chillen!
Meine Deutschklassen sind alle super cool drauf und das Unterrichten mit denen macht richtig Spaß! Ich hatte jetzt aber auch zum ersten Mal meine Englischklasse allein und das war der absolute Horror. 30 kleine 8-jährige in einem -gefühlt- winzig kleinen Raum, die alles andere als Englisch im Sinn haben.Malen, quatschen und spielen fanden die Kinder jedenfalls deutlich cooler als zuhören. Ich glaube, ich hab noch nie so viele Papierflieger eingesammelt wie dort. Die Lehrerin hatte mir zwar gesagt, was ich mit den Kiddies machen soll, aber an dem Tag fehlten alle nötigen Materialien. Also durfte ich eine Runde improvisieren, was eher weniger als mehr geklappt hat. Es war echt schwierig. Morgen haben ich die Süßen wieder und bin sehr gespannt wie das wird. Naja, was dich nicht tötet, macht dich nur stark. Also wird das irgendwie. Trotzdem sind die Kleinen mega süß. Vorallem vor und nach dem Unttericht ;) Dann kommen sie auf dich zu, knuddlen dich und schenken dir Kuchen :D

Chor hatte ich auch zum ersten Mal. Sehr witzig! Ich habe gesagt, ich möchte erstmal nur zugucken und zuhören und das war auch kein Problem. Ich sollte dann die Mädels gesanglich unterstützen. Ihr wisst, ich bin wohl die letzte, die irgendwelche Töne trifft und singen kann!! Aber hey, wir hatten unseren Spaß! Gleich habe ich den anderen Chor. Mal schauen, wie das mit denen wird.

Wir spielen hier fast jeden Abend locker 2 Stunden Volleyball und das macht meega Spaß. Ich werde also hoffentlich als ein kleiner Pro nach dem Jahr zurück kommen. :D

So, ihr Lieben, ich hoffen es geht euch genauso gut wie mir :)
Die liebsten Grüße gehen an Euch! 

Dienstag, 30. Juli 2013


Tag der Freundschaft :)

Die Paraguayer haben wirklich für alles einen Tag. Ob es der Tag des Baumes, des Weges oder des Eises ist, hier wird alles celebriert. Heute ist der Tag der Freundschaft und alle gratulieren sich, freuen sich und beschenken sich gegenseitig. Echt cool :)

Heute hab ich zum ersten Mal unterrichtet und es war richtig cool! Mein einer Deutschkurs besteht nur aus 6 Leuten und wir haben uns richtig gut verstanden.Die Schüler sind ungefähr 16, also nicht viel jünger als ich. Das ist zwar ein bisschen witzig, aber ziemlich cool. Ich muss nur darauf achten, dass ich bei deren Aussprache nicht zu sehr schmunzele ;) Meine kleine Englischklasse ist auch richtig süß. Heute waren wir nur draußen spielen, weil heute ja gefeiert wird und man an so einem schönen Tag nicht arbeiten sollte;) Die Kurzen haben mich über Schnee ausgefragt und waren ganz fasziniert. Voll süß :)

Ich bin echt erleichtert, dass das Unterrichten so gut klappt und bin motiviert und gespannt auf die nächste Zeit :)

Euch also alles Liebe zum Tag der Freundschaft, eure Lisa :)